Informationen zu HIV und Aids

Was ist HIV? Was ist Aids?

Die Abkürzung HIV steht im Englischen für „human immunodeficiency virus“, auf Deutsch „menschliches Immunschwäche Virus“. Der HI-Virus ist die Ursache für Aids. Aids steht für „Acquired immunodeficiency syndrome“, auf Deutsch „erworbenes Immunschwäche Syndrom“. Syndrom heißt, mehrere Symptome oder Erkrankungen treten zusammen auf.

Aids ist eine lebensgefährliche Krankheit. Das HI-Virus ist ein sehr kleiner Erreger, der sich in Wirtszellen vermehrt und dann neue Zellen befällt. HIV schwächt das Immunsystem, mit dem der Körper Krankheiten abwährt. Wenn jemand sich mit dem HI-Virus angesteckt hat und und nicht rechtzeitig Medikamente nimmt, kann er Aids bekommen.

Wissend ist, wer weiß, wo er findet, was er noch nicht weiß.

—Georg Simmel (1858-1918), deutscher Soziologe und Philosoph

Was macht HIV im Körper?

Schon kurz nach der Ansteckung vermehren sich HI-Viren explosionsartig. Millionen Viruskopien können dann in einem Milliliter Blut sein.  Nach zwei bis drei Wochen treten meist erste Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Hautausschlag auf. Das heißt, der Körper erkennt nun das HI-Virus als Eindringling und produziert Antikörper, um das Virus zu bekämpfen. Diese Antikörper können in einem HIV-Test, jedoch frühestens 12 Wochen nach der Ansteckung aussagekräftig, nachgewiesen werden.

Das HIV beginnt nun in aller Stille das menschliche Immunsystem und einzelne Organe zu schädigen. Insbesondere das Abtöten der CD4 Zellen, der Helferzellen des Immunsystems, ist dabei schlimm. Denn ohne die  Helferzellen kann das Immunsystem nur eingeschränkt arbeiten. Das Immunsystem wehrt sich aber solange es kann. Bis es bei Menschen wegen ihrer HIV Infektion zu einer Aids-Erkrankung kommt, kann es Jahre dauern. Bevor es zu Aids kommt treten andere Symptome auf: Von Hautveränderung, über geschwollene Lymphknoten an mehreren Stellen, Durchfall und Fieber bis zu Pilzbefall in Mund und Rachen.

Erst wenn das Immunsystem nicht mehr richtig arbeitet, können sogar eigentlich harmlose Infektionen schwere Erkrankungen verursachen, die die Schwäche des Immunsystems ausnutzen, weshalb sie opportunistische Infektionen genannt werden. Wenn sich bei einem stark geschwächten Immunsystem opportunistische Infektionen oder bestimmte Krebsarten entwickeln, dann spricht man von Aids. Ohne Behandlung verlaufen viele diese Erkrankungen tödlich.

Übertragung und Schutz

Zu einer Übertragung von HIV kann es nur kommen, wenn es in den Körper oder auf Schleimhäute gelangt. Schleimhäute gibt es zum Beispiel in der Scheide, im Darm, am Penis und im Mund. Eine Ansteckung ist über Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit, Muttermilch und den Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut des Enddarms möglich. Außerdem über den intensiven Kontakt zwischen Schleimhäuten beim Vaginal- oder Analsex.

Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen; auch wenn dabei kein Sperma in den Körper kommt. Beim Oralverkehr („Blasen“, „Lecken“) besteht ein Risiko, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangen. Dieses Risiko ist aber sehr viel geringer als beim Anal- oder Vaginalverkehr.

Andere sexuell übertragbare Infektionen, z.B. Syphilis oder Tripper, erhöhen das HIV-Risiko; durch entzündete Stellen kann HIV leichter in den Körper eindringen oder hinausgelangen.

Sehr riskant ist auch die gemeinsame Benutzung von Nadeln und Spritzen beim Drogenkonsum. Zudem können HIV-positive Frauen in der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen HIV auf ihr Kind übertragen. Dieses Risiko lässt sich heute durch Medikamente und andere Maßnahmen fast vollständig ausschalten.

HIV ist schwer übertragbar. Anstecken kann man sich im Alltag nicht.

Einen sehr guten Schutz vor einer HIV-Infektion bietet safer sex, etwa durch das Nutzen von Kondomen beim Sex und indem kein Blut oder Sperma in Mund oder Körper gelangt.

Beim Drogengebrauch bietet safer use Schutz, z.B. durch das Nutzen eines eigenen Spritzenbestecks und dadurch, kein gebrauchtes Spritzenbesteck weiterzugeben. Eine Übertragung auf das Baby kann eine HIV-positive schwangere Frau durch die Einnahme von Medikamenten gegen HIV, die Betreuung der Geburt durch HIV-Spezialist_innen und den Verzicht auf Stillen vermeiden.

Eine erfolgreiche Behandlung mit Medikamenten gegen HIV senkt die Virenmenge im Körper und so das Risiko einer Übertragung auf andere Menschen.

HIV-Test und Behandlung

Ob jemand HIV hat oder nicht kann niemand sehen, nur ein HIV-Test kann dies klären. Wenn ein Mensch rechtzeitig anfängt, HIV Medikamente zu nehmen, kann eine Aidserkrankung verhindert werden. Um sich testen zu lassen ist es sinnvoll, zum Gesundheitsamt zu gehen. Dort bekommen Sie anonym und kostenlos oder kostengünstig einen Test. Ein Test bei Arzt oder Ärztin ist ebenso möglich, dort werden der Test und das Ergebnis aber in die Akte eingetragen.

Vor einem Test sollten Sie sich beraten lassen, zum Beispiel in einer Aidshilfe. Für den HIV-Test wird Blut abgenommen und im Labor untersucht. Nach etwa einer Woche können Sie sich das Ergebnis abholen. Bei einem Schnelltest dauert es nur 30 Minuten, bis Sie ein Ergebnis erhalten. Ist dies HIV negativ, so heißt das, dass keine Antikörper nachgewiesen worden sind. Es kann aber bis zu drei Monate dauern, bis genug Antikörper vom Körper gebildet worden sind, dass diese nachweisbar sind. Genaugenommen heißt HIV negativ also, dass 3 Monate vor der Blutabnahme keine HIV-Infektion vorlag.

HIV positiv heißt, dass jemand HIV infiziert ist. Eine Untersuchung durch einen HIV-Fachmenschen ist dann sinnvoll. Dieser kann dann sagen, wie weit das Immunsystem durch das HIV geschädigt ist und wann eine Behandlung begonnen werden sollte.

Zur Behandlung von HIV gibt es heute mehr als 20 sogenannte antiretrovirale Substanzen. Diese Medikamente unterdrücken die Vermehrung von HIV. In der antiretrovitralen Therapie (kurz ART ) werden mehere dieser Substanzen kombiniert, weshalb sie auch Kombinationstherapie heißt.

Weil bei einer erfolgreichen Therapie kaum noch Viren gebildet werden, kann sich das Immunsystem wieder erholen. So kann ein HIV-positiver Mensch viele Jahre gut mit HIV leben. Um lebensbedrohliche Erkrankungen zu vermeiden muss er aber lebenslang Medikamente einnehmen.

Wie wirken Medikamente gegen HIV?

Sehen Sie dazu das Video rechts. Die Videos auf dieser Seite wurden von der Deutschen AIDS-Hilfe 2011 erstellt. Vielen Dank an die Kolleg_innen für die Möglichkeit, sie zu nutzen.