Listen to your heart (beat) – PaderPride 2016

Listen to your heart (beat) – PaderPride 2016

Mit einem Straßenfest und einer Demonstration am 28. Mai und einem bunten Rahmenprogramm in den Wochen davor und danach machten die Veranstaltenden des PaderPride, zu denen auch das Herzenslust Team und die AIDS-Hilfe Paderborn gehören, auf die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und anderen Menschen, die sich zum queeren* Spektrum zählen (kurz: LGBTIQ*) aufmerksam. „Pride“ – das bedeutet soviel wie ’stolz‘ und bezeichnet diesen Gedenk-, Feier-, sowie Protesttag von LGBTIQ*. LGBTIQ* und stolz in Paderborn klingt zuerst immer ein bisschen gestellt – aber es ist möglich. Grade in dieser Zeit ist es überall wichtig ein Zeichen für die Vielfalt zu setzen, Farbe zu bekennen, und zu zeigen „wir sind hier, wir gehören dazu“. Deswegen „auch“ in Paderborn, um diese schöne Stadt noch ein bisschen bunter und offener für alle zu machen. Positive Begegnungen zwischen Menschen und ein Sichtbar-machen der unterschiedlichsten Lebensentwürfe waren daher die Hoffnungen der Veranstaltenden für diesen Gedenk-, Feier- und Protesttag. Am Samstag, 28. Mai wurde der PaderPride mit einer Demonstration vom Rathaus aus über Kamp, inneren Ring, westerntor und Westernstraße eingeleitet, die Aufmerksamkeit auf die noch gegebenen Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen, denen viele LGBTIQ* Menschen begegnen, richten sollte. Die Demonstration kam auf dem Rathausplatz zum Ende, auf dem dann das Straßenfest stattfand. Begleitet von einem Programm aus Musik, Tanz, Lesungen und Polit-Talk, durch das die Paderborner Travestiekünstlerin Carsta leitete, stellten sich dort die unterschiedlichen Queer-Gruppierungen Paderborns und Umgebung vor und waren an Info-Ständen vertreten. Es war eine abwechslungsreiche Veranstaltung mit viel Flair, wunderbarem Wetter (trotz Unwetterwarnungen), guten Gesprächen, ansprechender Musik und viel Spaß und Interesse. Im Anschluss fand die Unique-Party in der Kulturwerkstatt als Ausklang...
Diskussion zum Thema „Schutz durch Therapie“

Diskussion zum Thema „Schutz durch Therapie“

„Ich habe regelmäßig Sex ohne Kondom. Schutz durch Therapie macht es möglich.“ – So äußerte sich Christian Naumann, ein HIV-positiver Mann auf Facebook. Er wurde daraufhin angefeindet, bedroht und als „verantwortungslos“ beschimpft. Dabei hat er Recht: Eine gut wirksame Therapie verhindert die Übertragung von HIV. Sex ohne Kondom ist dann Safer Sex. Das Paderborner Herzenslust Team hatte Christian eingeladen, um mit ihm darüber zu reden, wie er konkret mit seiner HIV-Infektion umgeht und wie er sich und seine_n Sexpartner mit seiner Therapie schützt. Christian war sehr offen und ließ uns auch an den privaten Folgen seiner Äußerung teilhaben. Sein Kommentar hatte hohe Wellen geschlagen, bis in den Landtag wurde diskutiert und es hatte für ihn nicht nur persönliche Folgen. Auch wenn ihn der Shitstorm durchaus getroffen hat, er hat eine weitergehende Diskussion über das Thema ausgelöst, unter anderem wurde eine Facebook Seite von HIV-Aktivist_innen dadurch ins Leben gerufen, die zum Thema weiter informiert. Natürlich sind Kondome weiterhin ein Mittel zum Schutz vor HIV und anderen STI. Doch es ist genauso richtig, dass Menschen mit HIV, die wirksam behandelt werden und bei denen das HI-Virus seit mindestens einem halben Jahr unter der Nachweisgrenze ist, HIV nicht übertragen können. Auch wir als Aidshilfe sehen dies als festen Bestand in unseren Präventionsveranstaltungen – und nicht erst seit Neuem. Schon 2012 wurde vom Nationalen Aids-Beirat, einem Beratungsgremium des Bundesgesundheitsministeriums, empfohlen, „Schutz durch Therapie“ als Mittel der Prävention „offen und öffentlichkeitswirksam zu kommunizieren“. Da waren sich die Besucher_innen der Diskussionsrunde einig:  Es ist unsinnig, Fakten zurück zu halten. Nicht zuletzt gibt es auch bei Sex mit Kondom die Möglichkeit, andere STI zu übertragen. Daher...
Wir zeigen Homo- und Trans*phobie die #RoteKarte

Wir zeigen Homo- und Trans*phobie die #RoteKarte

Der 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homo- und Trans*phobie. Weltweit zeigen Menschen an diesem Tag ihre Solidarität mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*menschen. Auch in Paderborn wurde ein deutliches und buntes Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung gesetzt. Die Veranstaltenden des PaderPride, der am 28. Mai als Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Queer, Inter* und Trans* am Rathausplatz gefeiert wird, beteiligten sich an den NRW-weiten Aktionen „Zeig Homo- und Trans*phobie die Rote Karte“ der Fachberatungsstelle „gerne anders!“ und der Kampagne „anders und gleich – Nur Respekt Wirkt“. Die Aktionen riefen zum Mitmachen auf: Menschen hielten auf Fotos eine Rote Karte in die Kamera und posteten dies mit einem Statement gegen Diskriminierung und dem Hashtag #RoteKarte in den sozialen Netzwerken. Auch unser Vorstand ist mit gutem Beispiel vorangegangen und hat die #RoteKarte gezeigt! Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*menschen sind auch heutzutage noch Diskriminierung, Vorurteilen und sogar Gewalt ausgesetzt. Deshalb befürchten fast 74% der jungen nicht-heterosexuellen Menschen durch ein Coming-Out von Freund_innen abgelehnt zu werden, fast 70% haben Angst vor Ablehnung durch die Familie und ca. 20% befürchten gar körperliche Gewalt (Deutsches Jugend Institut, 2015). Die Aktionen zum IDAHOT* sollen auf die gesellschaftlichen Probleme und diese Ängste aufmerksam und zudem jungen Menschen Mut machen. Weitere Informationen zu der NRWweiten Aktion unter www.rotekarte.nrw...